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Ölverschmutzung am Wolfgangsee

ST.WOLFGANG. Ein zwei Quadratkilometer großer Ölfilm auf dem Wolfgangsee hat für Alarm gesorgt. Aus einem kaputten Heizöl-Tank eines leer stehenden Hotels in St.Wolfgang sind geschätzte 2000 l Öl in den Wolfgangsee gelangt.

In unmittelbarer Nähe des Öleintrittes in den See brütete ein Schwanenpaar. Das Männchen patroulierte vorm Nest im Wasser und wurde so stark mit dem Heizöl kontaminiert. Mit tatkräftiger Unterstützung der Feuerwehr wurde der Schwan mit einem Biotensid mehrmals intensiv gereinigt und samt Weibchen aus dem Gefahrenbereich ins Tierheim gebracht.
Beim nächsten Wassergang hätte sich das brütende Weibchen sonst auch in Gefahr gegeben.
Beitrag im ORF: [OÖ-Heute...]

Oil contamination on the Wolfgangsee - here in english

Die wichtigste Aufgabe der Einsatzkräfte war die Rettung von Fauna und Flora, sozusagen unserer Umwelt. Für den Retter war es sehr wichtig zu wissen, dass Tiere die Gefahr von Mineralölverschmutzungen in ihrem gewohnten Lebensraum nicht sofort erkennen und sich auch nicht schützen können. Deshalb stand an erster Stelle, die Tiere von der Gefahrenstelle fernzuhalten, indem man diese gar nicht mehr an ihre gewohnten Plätze zurückkommen ließ.

Der Feuerwehrkommandant von St. Wolfgang hatte dies frühzeitig erkannt und dementsprechende Befehle erteilt. Auch die Einstellung der Schiffahrt war nicht nur eine mutige, sondern auch eine sehr präventive Entscheidung. So war es dann für die Feuerwehren (15 Feuerwehren mit 130 Mann waren zur Spitzenzeit im Einsatz) die Aufgabe, den ausgeflossenen Schadstoff so gut wie nur möglich auf dem Gewässer zu skimmen oder mit speziellen Textilien aufzunehmen. Bei den herkömmlichen Ölbindegranulaten, die mit Ölbindefunktion in das Gewässer gestreut werden, ist dagegenVorsicht zu raten.

Es bleiben aber nach all diesen Bergemaßnahmen noch sehr viele Schadstoffe als Rest über, welche nicht mechanisch aus dem Wasser geborgen werden können. Durch Ölanlandungen zwischen den Steinen im Uferbereich, an Stegen, an Kaimauern, an Uferpflanzen usw., wird der Schadstoff immer wieder in das Gewässer abgegeben und es entsteht ein sehr dünner Film. Es verbleiben Ölschlieren. Diese Ölschlieren beeinträchtigen den Sauerstoffaustausch in der Grenzzone Luft und Wasser und diese Ölschlieren bleiben an den Tieren haften. Ebenfalls werden die limnologisch sehr wichtigen Grenzzonen mit dem Restöl erreicht und der Schadstoff kann dann über die allseits bekannte Nahrungskette Schäden anrichten.

Nur ganz spezielle Produkte für die Beseitigung von restlichen organischen Schadstoffen, wie z.B. Mineralöl auf Gewässern, (BIOVERSAL-Produkte, wie z.B. Bioversal QF, welches die Feuerwehren als Feuerlöschschaum oder Ölwehrprodukt verwenden), sind lt. Herstellerbeschreibung für solche Einsätze zu gebrauchen, konventionelle Ölbindemittel sind am Gewässer für die Restölbeseitigung nicht zu empfehlen, da die Tiere, meistens Fische, diese Granulate mit Futter verwechseln oder diese Granulate zu Boden sinken und viel später den Schadstoff wieder frei geben.

Deshalb sind Sicherheitsprodukte mit besonderen und umweltschützenden Eigenschaften für die Nachsorgung eminent wichtig. Die Schadstoffreste der Selbstreinigungskraft der Natur zu überlassen ist aus genannten Gründen nicht zu empfehlen. Empfehlenswert sind hier die Reste der Verunreinigungen mit Produkten zu behandeln, welche den biologischen Abbau fördern, denn damit wird das Risikopotential länger andauernder Beeinträchtigung der Umwelt enorm reduziert und das ist aktiver Umweltschutz.

Außerdem sind Tiere, welche durch Öl zu Schaden gekommen sind, sofort mit dermatologisch unbedenklichen Reinigungsprodukten (z.B. BIOVERSAL) zu waschen. Nicht in erster Linie durch die Aufnahme des Umweltgiftes über die Haut, sondern über die orale Aufnahme durch das „Putzverhalten“ wird das Tier geschädigt und das führt allzu oft zum Tod.

Jetzt gilt es, Alternativen von umweltschützenden Reinigungsprodukten einzusetzen, welche selbst durch die eigenen Inhaltstoffe die Regenerationskraft der Natur nützen können. Normale Spülmittel enthalten künstliche Tenside, welche auf die in der Natur vorkommenden und notwendigen Mikroorganismen biotoxische Auswirkungen haben. Mit dieser Beeinträchtigung ist keine Regenerationskraft der Natur gegeben.
Meistens passieren nachhaltig für die Natur gefährliche Ölunfälle auf Gewässern und bilden im großen Ausmaß für die im und auf dem Wasser lebenden Tiere ein lebensbedrohende Situation. Es sind auch die Pflanzen von solchen Ereignissen bevorstehend betroffen.
Die Verwendung von speziellen Reinigern, welche die Regenerationskraft der Natur nach Ölunfällen fördern, ist meiner Meinung nach dringend zu empfehlen und im Einsatzfall auch aus folgenden Gründen wichtig.
Bei der Verwendung von konventionellen Reinigungsmittel würden die Tenside die Ökologie und damit die Selbstreinigungsmöglichkeit der Umwelt negativ beeinflussen. Es nützt nichts, wenn man sehr gut abbaubare Spülmittel für die Reinigung in der ungeschützten Natur benützt, den diese enthalten Komplexbildner und oft können durch diese Tenside schädigende Stoffe remobilisiert werden.
Die Tiere und auch die Gerätschaften, sowie die im „Ölsee“ operierenden Boote oder Schiffe müssen oft vor Ort gereinigt werden. Aus diesen Gründen empfehle ich solche Produkte mit diesen Eigenschaften und plädiere als praktizierender Tierarzt mit Erfahrung bei der Reinigung verölter Tiere Produkte zu verwenden, welche von heimischen, fachlich zuständigen Instituten, begutachtet wurden und die positive Wirkung auf den Schadstoffabbau bestätigt wird.

Zusammenfassung:
Der Einsatz von Produkten mit „Biotensiden“ stellt eine sinnvolle und notwendige Ergänzung der Palette bekannter Verfahren (Ölsperren, Absaugen, Skimmen, Ölbinden) zur Bekämpfung von Ölschadstoffen in der Natur dar. Tiere profitieren im überdurchschnittlichen Ausmaß von solchen Substanzen, da ihr Lebensraum wesentlich rascher und genauer wieder den ursprünglichen Zustand nahe kommt.
Die verwendeten Substanzen müssen biokompatibel sein und einen guten Reinigungseffekt aufweisen, sowie den biologischen Abbau der noch vorhandenen restlichen Schadstoffe nicht beeinträchtigen, um die Regeneration des natürlichen Abbauablaufes nicht überfordert wird.

Zeitungsbericht in der "Ischler Woche":

Last updated 07.06.2004 • © Tierambulanz Bad Goisern, Dipl. Tierarzt K. Hofbauer • A-4822 Bad Goisern • ordination@tierambulanz.net